Hausbooturlaub: Fahrgebiet, Boot und Route planen
Ein weißes Motorboot liegt an einem Steg auf ruhigem Wasser; das Motiv steht allgemein für Urlaub mit einem Charterboot.
Kurzfakten zum Thema
- Führerschein- und Charterregeln unterscheiden sich nach Land, Fahrgebiet und Boot.
- Eine Einweisung ersetzt nicht überall einen vorgeschriebenen Befähigungsnachweis.
- Schleusen, Brücken, Strömung und Liegeplätze bestimmen die realistische Tagesstrecke.
- Kaution, Treibstoff, Endreinigung, Hafengebühren und Versicherungen verändern den Gesamtpreis.
- Betten, Sanitärraum, Küche, Heizung und Stauraum fallen an Bord kompakter aus.
- Kinder und Haustiere benötigen klare Sicherheitsregeln an Deck.
- Wetter, Wasserstand und Sperrungen können die Route kurzfristig ändern.
Schon mal an eine schwimmende Ferienwohnung gedacht? Ein Hausboot? Hausbooturlaub ist immer noch eine touristische Nische – zu Unrecht, wie wir denken. Hausboote sind Ferienwohnungen auf dem Wasser und können einfach gemietet werden. Man schippert dann selbstbestimmt über Seen und Kanäle, kann auf dem Hausboot schlafen, Essen kochen.
Ein perfekter Urlaub für Individualisten. Auch ist Hausbooturlaub wunderbar für den Familienurlaub mit Kindern geeignet. Und das tolle: Ein Hausboot kann man einfach mieten...
Fahrgebiete für Hausboote
Hausboote im Charter gibt es eigentlich überall, wo es Flüsse, Kanäle und Seen gibt, die nicht allein für die großen Transportschiffe vorgesehen sind. Die bekannteste und beliebteste Region für den Hausbooturlaub in Deutschland ist die Mecklenburger Seenplatte. Es gibt viel Chartermöglichkeiten für Hausboote an der Müritz. Ein anderes bekanntes Fahrgebiet für den Hausbooturlaub ist das gebiet um die Mosel und Saar, und der Rhein Marne Kanal. Die Tour mit dem Hausboot kann hier bis ins tiefe Elsass gehen.
Als Mekka für den Hausboot-Urlaub gilt Frankreich. Hier gibt es eine hervorragende Struktur für Hausbooturlauber und vor allem über 1000 Kilometer befahrbare Kanäle, Seen und kleine Flüsse. Zusammen mit gewöhnlichen Schiffen kann man hier seinen Urlaub auf dem Hausboot auch ohne spezielle Führerscheine verbringen.
Fahrgebiete für Hausboote in Europa gibt es auch in Portugal (Duro), Spanien (z.B. Ebro Delta), den Niederlanden (bliebt ist das Ijsselmeer), Irland und Schottland oder Italien (im Po Delta).
Hausboot Führerschein
In vielen Fahrgebieten braucht man keinen gesonderten Führerschein als Kapitän des gecharterten Hausboot. So kann man sich zum Beispiel an der Müritz innerhalb von drei Stunden als „Hausbootkapitän“ ausbilden lassen – und schon geht die Reise über Müritz los. Es gibt Einschränkungen hinsichtlich der Größe des Hausbootes, der Geschwindigkeit und der Zahl der beförderten Personen. In vielen gebieten in Frankreich ist auch kein Führerschein für ein Hausboot nötig. Im Zweifel dürften sogar Kinder beim Familienurlaub das Hausboot steuern. Wichtig für alle Interessenten für einen Hausbooturlaub: Vor Buchung eines Hausboots immer über die für das Fahrgebiet geltenden Regeln hinsichtlich Hausbootführerschein erkundigen! Die Gesellschaften, bei denen die Hausboote Gechartert werden können, geben bereitwillig Auskunft – in der Regel sind die Informationen zu den nötigen Führerscheinen bereits beim Angebot ausgeschrieben.
Hausboot mieten
Wer im Internet ein Hausboot mieten möchte, findet einen stark zersplitterten Markt von Anbietern für Hausboote. Anders als zum Beispiel im Bereich Pauschalreisen gibt es derzeit noch keine Portale, die einen Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten geben, ein Hausboot zu Chartern bzw. zu mieten. Man findet Die Hausbootbroker meist nur direkt in den Fährgebieten - hier kann man sein Hausboot vor Ort direkt mieten.
Hausboot als Wohnboot
Amsterdam ist zuerst zu nennen, wenn es um die Unterkunft in einem Wohnboot geht. An fast 3000 Liegeplätzen in den Grachten Metropole liegen Wohnboote. Einige der Hausboote in Amsterdam kann man einem Ferienhaus gleich mieten.
Wohnboote findet man auch an Stellen, an denen man sie zunächst nicht vermutet. So gibt es im Center Parc Bispingen so genannte Hausboot-Bungalows, in denen man mit bis zu vier Personen wohnen kann.
Hausboot und Yachtcharter unterscheiden
Hausboote sind meist für langsame Binnenreviere ausgelegt. Eine Segel- oder Motoryacht stellt andere Anforderungen an Navigation, Erfahrung und Ausrüstung. Wer verschiedene Charterformen vergleicht, findet beim Yachtcharter die wichtigsten Fragen; für einen festen Standort am Hafen passt eher ein Segelurlaub mit Ferienunterkunft.
Route und Übernachtung vorbereiten
Prüfen Sie Schleusen- und Brückenzeiten, erreichbare Liegeplätze, Versorgung und Rückgabeort. Für Reisen mit Kindern gelten ergänzend die Kriterien zum Familienurlaub. Wer lieber an Land wohnt, kann ein Ferienhaus am See wählen. Buchungs- und Zahlungsfragen lassen sich mit Ferienhaus mieten sowie Sicher mieten vergleichen.
Häufige Fragen zum Hausbooturlaub
Brauche ich einen Bootsführerschein?
Das hängt von Land, Revier, Boot und Motorisierung ab. Der Vercharterer muss die konkreten Voraussetzungen bestätigen.
Wie weit fährt man pro Tag?
Schleusen, Geschwindigkeit, Wetter und verfügbare Liegeplätze sind wichtiger als die reine Entfernung.
Kann ich überall anlegen?
Nein. Zulässige Liegeplätze und örtliche Regeln müssen beachtet werden.
Was kostet zusätzlich?
Häufig fallen Kaution, Treibstoff, Reinigung, Hafengebühren oder Versicherungsleistungen an.
Ist ein Hausboot für Kinder geeignet?
Das hängt von Reling, Schwimmwesten, Schlafplätzen und konsequenter Aufsicht ab.
Was gehört in die Vorbereitung?
Dokumente, Wetterplanung, Kleidung, Versorgung und Notfallkontakte gehören in die Reisevorbereitung.
Foto: M. Lenk
Beim Yachtcharter müssen Boot, Revier, Qualifikation, Crew, Versicherung, Kaution und Nebenkosten vor Vertragsabschluss zusammenpassen.
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